Titel_DNR_250.jpgZeitschriftenprojekt von Karl Vanselow in den Jahren 1914/15.

Es war Teil eines großangelegten Projekts, das aber anscheinend über die zwei Ausgaben der Zeitschrift nicht hinauskam.

Es findet sich ein autobiografischer Text von Karl Vanselow aus dem Jahr 1915,

Die Zeitschrift ist technisch in der hohen, von anderen Druckerzeugnissen aus dem Verlag von Karl Vanselow bekannten, Qualität hergestellt. Inhaltlich ist es eine Zusammenstellung von hurra-patriotischen und chauvinistischen Texten, wie sie in dieser Epoche von vielen Intelektuellen produziert wurden. Auch Karl Vanselow hat mehrere Gedichte, die den Tod auf dem Schlachfeld glorifizieren, beigetragen. Mit martialischen Zeichungen von Fidus.

Es ist erkennbar, daß es sich um ein größer angelegtes Projekt handelte, das allerdings nicht zur Umsetzung kam. Vanselow spricht im zweiten Heft von einem Verbund von "Neudeutschen Verbänden", die aber nicht mehr als seine Vision waren.

Aus ganzseitigen Anzeigen geht hervor, daß weitere Produkte geplant waren
  • Die Neue Schönheit, Zeitschrift für ideale Kultur
  • Geschlecht und Schönheit, Zeitschrift für Veredelung des Geschlechtslebens
die an frühere Produkte (Die Schönheit, Geschlecht und Gesellschaft) anknüpften und nach dem bewährten Geschäftsmodell jeweils mit Auswahlbänden ergänzt wurden.

Ferner war angekündigt
  • Im Garten der Schönheit, Naturaufnahmen menschlicher Körperschönheit
  • Deutsche Schönheit, Naturaufnahmen menschlicher Körperschönheit
alle zu beziehen über jede Buchhandlung und den Verlag der neuen Schönheit mit Sitz in Berlin und Werder/Havel.

In einer Kleinanzeige, die vermutlich von Vanselow selbst geschaltet wurde, wird ein "Arzt mit literarischen Fähigkeiten" gesucht, der sich an "zwei ungewöhnlich erfolgreichen populär-medizinischen Monatsschriften beteiligen" will, die bei "absolut sicherer Kapitalanlage hohen Gewinn bringen". So inseriert in der Regel nur jemand, dem das Wasser bis zum Hals steht. Es sollte vermutlich die Neuauflage von "Geschlecht und Gesellschaft" unter neuen Vorzeichen werden.

Offensichtlich war er in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, denn die Zeitschrift "Die Schönheit" erscheint seit 1914 in einem anderen Verlag und als Herausgeber ist Vanselow nicht mehr genannt. In den folgenden Ausgaben werden lediglich Fotos von ihm erwähnt, die aber durchaus vor 1914 entstanden sein mögen.
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Das Vanselow-Projekt wurde von Roland Schnell aus Berlin angeregt. Hinweise zum Leben und Werk von Karl Vanselow sind jederzeit willkommen.
Weitere Angaben im Impressum.