Jan Fethke, Pseudonym Jean Forge, (* 26._Februar 1903 in Oppeln; † 16._Dezember 1980 in Berlin) war ein deutsch-polnischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Esperanto-Schriftsteller.

Karl Vanselow gibt an, daß er über den Kontakt mit Jan Fethke, der in den 1930er Jahren ein vielbeschäftiger Regisseur war, zu Esperanto gekommen ist. Fethke geht in seine Nachruf von 1960 darauf ein.
Durch den Krieg brach der Kontakt ab und Vanselow hat mit einem Gedicht in seiner Reihe "Nia lingvo Esperanto" nach seinem Freund gesucht. Darauf reagiert E. Markau aus Hamburg, der auch am 41. Esperanto-Weltkongress 1956 in Kopenhagen teilgenommen hat und schickt die Adresse in Lodz auf einer Postkarte (26.9.1956)

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Karl Vanselow (2. v.l.) mit Jan Fethke (3. v.l.) bei einer Veranstaltung der Esperanto-Liga Berlin
248) Jean Forge

Jean Forge estas lia pseüdonimo,
Johannes Fethke lia vera nomo.
Ĉu vivas li aŭ pravas mia timo,
Ke eble mortis la amata homo?

De li la libroj ravas legemulojn.
Ĉu konas vi la lingvajn ĝojigilojn
,,Abismoj" kaj ,,Saltego trans jarmilojn"
Kaj „Mister Tot aĉetas mil okulojn"?

Li konatigis min kun Esperanto
Kaj ĝia ideala familio.
Ne povas mi forgesi, ke pro tio
Mi ĉiam restos lia dankŝuldanto.

Ĉu vere kaj pro kio trovis lia
Labor' valora por afero nia
La tiel ege bedaŭrindan ĉeson?
Se iu, kiu legas tion ĉi,
De li havigi povas la adreson,
Mi kore petas doni gin al mi.

Aus der Reihe Nia lingvo Esperanto

Lebenslauf Fethke

Jan Fethke besuchte zunächst das altsprachliche Gymnasium in Oppeln und wohnte später in Bromberg. 1923 und 1924 studierte er an der Technischen Hochschule Danzig und arbeitete für eine örtliche Tageszeitung. Dann zog er nach Berlin.
1919 lernte Jan Fethke, wie seine Brüder Stefan und Edmund, die internationale Sprache Esperanto. 1922 wurde er Redakteur der Zeitschrift Esperanto Triumfonta (etwa: Esperanto auf dem Weg zum Triumph). Er synchronisierte den Film Morgen beginnt das Leben von Werner Hochbaum auf Esperanto und zeigte ihn unter dem Titel Morgaŭ ni komencos la vivon auf dem 26. Welt-Esperanto-Kongress 1934 in Stockholm.
Schon im Alter von 18 Jahren schrieb Jan Fethke seinen ersten deutschsprachigen Kriminalroman Der ausgestopfte Papagei.
Ab 1923 erschienen seine auf Esperanto verfassten Romane, die er unter dem Pseudonym Jean Forge veröffentlicht: Abismoj (Abgründe) (1923), Saltego trans jarmiloj (Sprung über Jahrtausende) (1924) und Mr. Tot aĉetas mil okulojn (1931). Dies ist sein größter Erfolg. Das Buch wird in mehrere Sprachen übersetzt und 1960 von Fritz Lang unter dem Titel Die tausend Augen des Dr. Mabuse verfilmt.
In Berlin wurde Jan Fethke Regieassistent und Drehbuchautor bei der UFA, unter anderem unter Fritz Lang. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er in Polen als Filmregisseur bekannt. 1960 ging er nach Berlin (West).